Raketen basteln am Computer …
Raketen faszinieren – nicht nur in der Raumfahrt, sondern auch im Klassenzimmer. Wer im MINT-Unterricht Themen wie Kräfte, Energie, Aerodynamik oder Impulserhaltung praxisnah vermitteln möchte, findet in Flugkörpern und insbesondere in Raketen ein motivierendes und vielseitiges Lernfeld. Eine besonders empfehlenswerte Unterstützung bietet dabei das kostenlose Tool OpenRocket.

Warum Raketen im Unterricht?
Raketen verbinden zahlreiche physikalische und technische Inhalte auf anschauliche Weise:
- Newtonsche Gesetze werden direkt erfahrbar
- Energieumwandlungen lassen sich konkret nachvollziehen
- Aerodynamik und Stabilität werden sichtbar und messbar
- Mathematische Modellierung erhält einen realen Kontext
Darüber hinaus fördern Raketenprojekte Kompetenzen wie Problemlösen, Teamarbeit und iteratives Design – zentrale Aspekte moderner MINT-Bildung.
OpenRocket: Simulation trifft Realität

OpenRocket ist eine Open-Source-Software zur Simulation von Modellraketen. Sie ermöglicht es Lernenden, eigene Raketen digital zu entwerfen, zu analysieren und zu optimieren – bevor überhaupt ein reales Modell gebaut wird.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick:
- Konstruktion von Raketen mit verschiedenen Bauteilen (Nase, Körper, Flossen, Fallschirm)
- Simulation von Flugbahnen unter Berücksichtigung realer physikalischer Parameter
- Analyse von Stabilität, Schwerpunkt und Luftwiderstand
- Vergleich verschiedener Designs und deren Auswirkungen auf die Flugleistung
Gerade für den Unterricht ist dabei entscheidend: Die Software visualisiert komplexe Zusammenhänge verständlich und bietet sofortiges Feedback auf Designentscheidungen.
Link öffnen: https://openrocket.info/index.html
Didaktische Einsatzmöglichkeiten
OpenRocket lässt sich flexibel in unterschiedliche Unterrichtsformate integrieren:
- Einführungsphase: Schülerinnen und Schüler erkunden grundlegende Raketenkomponenten und deren Funktion
- Projektarbeit: Teams entwickeln eigene Raketenmodelle mit definierten Zielvorgaben (z. B. maximale Flughöhe)
- Experimentelles Lernen: Simulationsergebnisse werden mit realen Startversuchen verglichen
- Fehleranalyse: Warum fliegt eine Rakete instabil? Welche Parameter sind entscheidend?
Ein besonders motivierender Ansatz ist die Kombination aus digitaler Simulation und praktischem Bau – etwa mit einfachen Modellraketen oder ungefährlichen Druckluftsystemen.

Technische Vorteile für den Unterricht
OpenRocket punktet nicht nur didaktisch, sondern auch praktisch:
- Kostenlos und plattformunabhängig nutzbar
- Keine leistungsstarke Hardware erforderlich
- Intuitive Benutzeroberfläche
- Export- und Dokumentationsmöglichkeiten für Projektarbeiten
Damit eignet sich das Tool sowohl für den Einsatz im Computerraum als auch für selbstständige Lernphasen zu Hause.
Fazit
Wer den MINT-Unterricht lebendig, interaktiv und technisch fundiert gestalten möchte, sollte das Thema Raketen unbedingt in Betracht ziehen. Mit OpenRocket steht dafür ein leistungsstarkes, frei verfügbares Werkzeug zur Verfügung, das Theorie und Praxis auf ideale Weise verbindet.
Raketen im Klassenzimmer sind damit nicht nur ein Highlight – sondern ein nachhaltiger Zugang zu zentralen naturwissenschaftlichen Konzepten.
Noch ein paar Beispiel unserer Versuchs-Raketen:


Die Simulation von Raketen-Starts und Flügen ist dabei eher technisch unterlegt. In zahlreichen Diagrammen und downloadbaren csv-Dateien kann man das Flugverhalten genauestens analysieren. Der optische Anreiz ist aber leider beschränkt auf die Generierung von Bildern.

Wir haben deshalb eine VR-Anwendung auf Delightex EDU-Basis erstellt, mit der man den Raketenstart optisch und akustisch miterleben darf – auch unter der VR-Brille. Dazu wurde das exportierte Modell vom obj-Format in das glb-Format überführt …
.. und dann in die Delightex EDU – Szene importiert:
Link in ein neues Fenster öffnen: https://edu.delightex.com/MCX-ZZA
Diese Szene kann – dem OER-Gedanken folgend – remixt und die von uns verwendeten Raketen durch eigene Beispiele ersetzt werden! Dazu muss lediglich das Objekt „open-rocket-export.glb“ oder „open-rocket-kurz-farbe.glb“ im Ordner „GroupRakete“ durch das eigene (importierte) Objekt ersetzt und die Lage/Größe der Rakete angepasst werden. Schon kann man den animierten Start seiner Rakete erleben …
Die von OpenRocket exportierten Raketenmodelle lassen sich vom obj-Format problemlos in das stl-Format für den 3D-Druck konvertieren. Dabei gehen dann natürlich wieder die Texturen/Materialien verloren.

Hier haben wir den https://convert3d.org/obj-to-stl/app verwendet!
Auch sehr gute Erfahrungen haben wir mit https://imagetostl.com/de/konvertieren/datei/obj/in/stl gemacht:

Die heruntergeladene stl-Datei kann in jeden handelsüblichen Slicer für 3D-Drucker eingefügt und dann gedruckt werden.

Am Stück wird das Modell relativ klein – hier mit einer Höhe von 2o cm im Bambu Lab X1 Carbon. Man kann für den 3D-Druck das Modell auch in Teilgruppen zerlegen und diese in unterschiedlichen Farben drucken und später wieder zusammenfügen. Das Ausdrucken in einzelnen Baugruppen würde – neben der farblichen Gestaltung – auch den Vorteil haben, dass die Gesamtgröße erhöht werden könnte.

Da die Grundfläche recht klein ist, haben wir am unteren Fuß einen Floss von 2 Schichten eingestellt, damit das Modell sich während des Drucks nicht ablöst!
Wir – das Team des MPZ LKL wünschen Ihnen und ihren SuS viel Spaß beim Experimentieren mit diesen virtuellen Flugköpern!
